Test

Im Test: F1 2020

Doch wenn ihr es erst einmal nach oben geschafft habt, beginnt eine ganz neue Perspektive für euer noch so junges, virtuelles Fahrer-Ich. Entscheidet zunächst, wie bereits bei der Formel 2 Saison, erstens: wie viele Rennen ihr fahren wollt (10/16/22) und zweitens: wie lang die Renndistanz sein soll (auch hier gibt es kurze Distanzen bis hin zur Original-Rennlänge). Neben der Tatsache, dass man sich gegenüber dem Teamkollegen behaupten will, existieren auch in F1: 2020 wieder Rivalitäten zu anderen Fahrern. Diese ziehen sich im Normalfall über mehrere Rennwochenenden und bewerten beide Fahrer zum Beispiel anhand der Platzierung, dem Qualifying-Ergebnis und mehr. Auch spezielle Einladungsevents sind wieder mit von der Partie, bei denen in der Regel historische Wagen zum Einsatz kommen. So werdet ihr beispielsweise wieder auf Kilometerjagd geschickt. Ziel ist es, euren Zeitpool dabei mit Hilfe von Checkpoints weiter oben zu halten, um so mehr Kilometer absolvieren zu können.

Alles, was ihr auf und neben der Rennstrecke tut, hat Einfluss auf eure Bekanntheit, die Teammoral und die so wichtigen Ressourcenpunkte. Der Weg zu jeder Rennwoche ist wie ein kleiner Kalender organisiert. Euch werden elementare Termine angezeigt, sodass der Spieler einfach besser abgeholt wird und nicht einfach zu jedem neuen Rennen springt. Dazu zählt zum Beispiel auch die Präsentation des aktuellen Wagens vor dem Saisonstart, die Fertigstellung von verschiedenen Bauteilen, die ihr in Auftrag gegeben habt und die bereits angesprochenen Events. Ebenfalls näher an der Realität ist die implementierte Einführungsrunde. Wärmt die Reifen und die Bremsen auf, haltet dabei die Position und findet euren Weg zurück ins Grid. Dennoch greift ab den letzten Kurven wieder die Automatik und platziert euch auf dem entsprechenden Startplatz. Hier hätten wir uns ein System gewünscht, dass die Fahrt bis zur Linie gewährleistet. Auch eventuelle Strafen bei Fehlern wären hier möglich oder eine Art zurücksetzen bei groben Verstößen. Wem das zu viel ist, der kann auch direkt mit der Startaufstellung loslegen und Vollgas geben!

Tonal begleitet werden wir vom Sprecherteam Heiko Wasser (RTL-Kommentator) und Stefan Römer. Doch die Floskeln ähneln sich doch sehr an jedem Wochenende und unterscheiden sich auch nicht merklich von den Aussagen des letzten Jahres. Dennoch hat man mit der Streckenübersicht, wie sie auch im TV zu bewundern ist, wieder eine Annäherung ans Reale geschafft. Auch der bereits bekannte Jeff sitzt uns wieder im Ohr, wenn es um die Rennstrategie geht. Doch auch seine Aussagen sind eigentlich gleich geblieben und nach wie vor teils unnütz bzw. unsinnig. So werden zum Beispiel alternative Rennstrategien vorgeschlagen, wenn gerade mal eine Runde gefahren wurde oder leichte Schäden am Auto zu verzeichnen sind, die einen zunächst jedoch nicht einschränken.

Neue Strecke Hanoi – Quelle: Kochmedia

Positiv aufgefallen ist uns der merkliche Druck und der Realismus in Sachen Reifenabbau, Veränderung der Aerodynamik und Verlust der Motorleistung. Durch den neu eingeführten Overtake-Button (Überholknopf) kann die Batterie des Wagens entladen werden, um einen kurzen Geschwindigkeitsschub zu erlangen. Nicht nur für die schnellste Rennrunde, auch für eventuelle Überholmanöver und die Verteidung gegen die Verfolger ist damit ein wichtiger Strategiebestandteil ins Spiel gekommen. Die bekannten Formel-1 Elemente, wie DRS, Boxenstopps, Pflichtreifenwechsel, Schadensmodell und mehr sind selbstverständlich wieder mit am Start. Wenn es einmal zu wild wird, stehen dem Spieler die bereits bekannten Rückblenden zur Verfügung. Soweit wir sehen konnten, sind diese jedoch offenbar unendlich oft einsetzbar (im Test nutzten wir eine Gegner-Spielstärke von 40-60). Gerade neue Spieler können so grobe Schnitzer problemlos umgehen und ihre zweite Chance nutzen. Dabei sei natürlich gesagt, dass es nur eine Option ist, also jeder selbst entscheidet, ob sein Wagen nun zum Beispiel aus dem Rennen ist, sich die Nase abgefahren hat, oder ähnliches.

Ein elementarer Bestandteil in der Formel 1 ist die stetige Weiterentwicklung von Bauteilen und dem Wagen ansich. So ist es nicht verwunderlich, dass Codemasters auch hier wieder breit gefächert hat und den F&E-Baum (Forschung & Entwicklung) wieder mit im Gepäck hat. So solltet ihr ein gesundes Gleichgewicht zwischen Aerodynamik, Strapazierfähigkeit, Motor und dem Chassis haben. Letzteres solltet ihr jedoch erst in Angriff nehmen, wenn die anderen Bereiche gut gefüllt sind. Die wichtigen Ressourcenpunkte erhaltet ihr bei den Trainingssessions, aber auch für weitere Aktivitäten. Wenn ihr euch etwas unsicher seid, was ihr als nächstes erforschen sollt, kann man sich auch ein Bauteil vorschlagen lassen (sofern genug Punkte zur Verfügung stehen).

Das Wetter
Zwar bestechen die aktuellen Boliden, im Gegensatz zum Vorjahr, mit mehr Grip auf der Strecke sowie besserem Bremsverhalten, alles ist jedoch nach wie vor nicht möglich. Insbesondere die Haftung bei Regenrennen erfordert nun sehr viel fahrerisches Geschick. Nach ersten Versuchen und gewohnter Fahrweise, mussten wir schnell feststellen, dass es hier ein großes Realistik-Upgrade gab. Vollgas am Kurvenausgang führt in 99% der Fälle zum Dreher und Zeitverlust. Bedachtes Fahren und das Gefühl für den Wagen steht hier an oberster Stelle. Jeder kleine Fehler kann hier zum Crash oder massivem Rundenzeitverlust führen. Die Rennwochenenden sind in Sachen Wetter dynamisch gestaltet, doch wenn einem der Regen so gar nicht zusagt, dann ist auch das „Wunschwetter“ einstellbar.

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