
Auf der Gamescom 2025 hatte ich die Gelegenheit, Escape From Duckov ausführlich selbst anzuspielen. Schon nach wenigen Minuten wurde deutlich, worauf der Fokus des Spiels liegt: ein riskanter Beutezug, bei dem jede Entscheidung zählt und der Rückweg mindestens so spannend ist wie das Einsammeln der Belohnung. Die Präsentation in Köln vermittelte dabei einen klaren Eindruck vom Spielfluss – intensiv, fordernd und zugleich erstaunlich zugänglich.
Der Beginn startet in einem Unterschlupf, von dem aus man Einsätze in feindliche Gebiete unternimmt. Draußen gilt: vorsichtig erkunden, plündern, wieder entkommen. Scheitert ein Lauf, gehen getragene Items verloren; erfolgreiche Exfiltration bringt Materialien, Blaupausen und Fortschritt. Der Kern ist damit eine klar lesbare Risiko-Belohnungs-Schleife im Top Down Einzelspieler Format.

Zwischen den Einsätzen wächst die Basis: Medizin-Stationen, Waffenschränke, Trainingsmöglichkeiten und der eigene Ruhebereich werden aufgebaut und verbessert. Diese Einrichtungen schalten neue Funktionen frei, verkürzen Wege und steigern die Widerstandsfähigkeit des Charakters. Parallel lassen sich Waffen und Ausrüstung mithilfe gefundener Komponenten anpassen oder herstellen, was die eigene Herangehensweise an spätere Runs spürbar prägt.
Jeder Einsatz beginnt mit Zielsetzung und Routenplanung: Welche Gebäude lohnen sich? Welche Gegner meidet man, wo setzt man Druck? Der Loop belohnt Beobachtung und Planung – man tastet sich schrittweise vor, sichert Beute und sucht einen sicheren Ausstieg. Der Verzicht auf überbordende Systeme zugunsten klarer Top-Down-Lesbarkeit hält das Tempo hoch, ohne die Komplexität der Entscheidungen zu verwässern.

Abseits des reinen Beutelaufs sammelt man Hinweise auf Duckovs Hintergründe: Gespräche mit NPCs, kleine Story Schnipsel und Umgebungsdetails fügen sich über die Zeit zu einem größeren Bild. Der Ton bleibt dabei augenzwinkernd, die Gefahr draußen jedoch real – jede falsche Entscheidung gefährdet die mühsam erkämpfte Ausrüstung.
Escape From Duckov wirkt in seinem aktuellen Stand fokussiert: ein griffiger Extraction-Loop im Einzelspieler, getragen von Basisausbau und Waffen-Tuning, mit klar spürbarem Risiko bei jedem Ausflug. Die Gamescom-Termine untermauern den Eindruck eines Projekts, das seine Stärken kennt und konsequent ausspielt. Wer Spaß daran hat, Routen zu planen, Runs zu optimieren und Beute sicher rauszutragen, sollte Duckov auf dem Radar behalten.