Im Test: Super Mario Maker 2


Was ist neu?

Nach dem Erfolg von Super Mario Maker auf der Nintendo Wii U, geht der Bauspaß auf der Nintendo Switch weiter. Mit Super Mario Maker 2 könnt ihr nun auch unterwegs eigene Level erschaffen. Doch wo liegen die großen Unterschiede zum Vorgänger? Zum einen wurden viele unnötige Beschränkungen des Vorgängers aufgehoben. Alle Teile und Funktionen sind von Anfang an benutzbar, darunter auch die neuen Glasröhren aus Super Mario 3D World oder Abhänge, die zum eleganten Rutschen einladen. Auch das Katzenkostüm aus diesem Teil hat Einzug in Super Mario Maker 2 gefunden. Ebenfalls neu ist der Schalter, mit dem sich je nach Stellung rote oder blaue Barrieren aktivieren und deaktivieren lassen.

Obwohl Super Mario 3D World es als Stil in Super Mario Maker 2 geschafft hat, darf kein wirkliches 3D World erwartet werden. Super Mario Maker 2 bleibt sich der 2D-Ebene treu und bedient sich lediglich der einzelnen Bauelemente und Assets aus den jeweiligen Super Mario Teilen.

Natürlich dürfen auch neue Musiktitel nicht fehlen. So wurde zum Beispiel das beliebte „Delfino Plaza“ Theme aus Super Mario Sunshine hinzugefügt, welches zwar als Super Mario Stil nicht auswählbar, aber zumindest eine nette Referenz an den GameCube Klassiker ist.

Technisch

Die überarbeitete Menüstruktur sorgt dafür, dass auch im TV-Modus die Level bequem mit Controller oder Joy-Con zu erstellen sind. Im Gegensatz zum Handheld-Modus ist die Bedienung zwar langsamer, aber umso präziser, denn das Designen von eigenen Level fällt gerade im Handheld-Modus recht schwierig aus.

Die Multitouch-Funktion des Bildschirms sorgt nämlich dafür, dass Blöcke nicht immer unbedingt da landen, wo man sie gerne hätte. Oft berührt man mit einem anderen Finger den Bildschirm oder bleibt mit der Fingerspitze hängen. Hier empfiehlt es sich einen Stylus zu benutzen, der die Eingabe wesentlich komfortabler macht. Es ist schade, dass so ein wichtiges Utensil in der Retail-Version nicht mitgeliefert wird, da es doch eine schöne Dreingabe gewesen wäre.

Da sich Super Mario Maker 2, wie auch sein Vorgänger, an den Grafikstilen der anderen Super Mario Titel orientiert, lassen sich hier nur minimale Verbesserungen erkennen. Allgemein wirkt das Spiel flüssiger und optisch weicher, als noch im Super Mario Maker für Nintendo Wii U.

Nette Geschichte, aber…

Die Einführung von Super Mario Maker 2 erfolgt wie von Nintendo gewohnt in einer schön inszenierten und einfach verständlichen Geschichte. Das neue Schloss für Prinzessin Peach wurde erfolgreich fertiggestellt und Bauleiterin Toadette freut sich zusammen mit ihren Helfern über die großartige Arbeit. Durch einen blöden Zufall wird aber der herumliegende Reset-Knopf ausgelöst, wodurch das Schloss und die Arbeit zunichte gemacht werden. Es liegt also an Mario das Schloss wieder aufzubauen, um den Zeitplan einhalten zu können. Die Aufgabe ist es also in anderen von Nintendo erstellten Leveln Münzen zu sammeln und beim Vorarbeiter Toad abzugeben, um neue Schloss-Elemente in Auftrag zu geben. Es werden aber so viele Münzen benötigt, dass sich ein großes Inflationsproblem im Pilzkönigreich abzeichnet, worauf aber nicht weiter eingegangen wird. Vielleicht wird diese Thematik in einem späteren Spiel aufgegriffen.

Die Level sind ganz nett gestaltet und führen die neuen Bauelemente Stück für Stück ein, wobei nicht gebaut, sondern nur gespielt werden muss. So spielt man nacheinander zahlreiche Level, die alle möglichen Mario-Stile abbilden. Das ist auch gleich der nächste Kritikpunkt daran: Als Spieler hätte ich es spannender gefunden, ein angefangenes Level mit eigenen Bauelementen zu komplettieren. So würde man nämlich an den eigentlichen Kern des Spiels, das Bauen und Gestalten, besser herangeführt werden. Man hätte zum Beispiel das Schloss fertigstellen können, indem man einzelne Welten von Super Mario 64 nachbaut oder eine Art Verbindung für den Transport von Blöcken und Arbeitern realisiert.

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Mehr Spielspaß im Mehrspielerspaß

Das Hauptaugenmerk liegt, wie auch beim Vorgänger, im Bauen und Bespielen von Level für und aus der Community. Hier hat Nintendo ordentlich nachgebessert. Level lassen sich durch eine Filterfunktion nun einfacher nach den eigenen Vorlieben suchen. Ob man nun die neuesten oder die bestbewerteten Level spiele möchte, kann nun ebenfalls eingestellt werden. Zudem wird jedem Spieler die Möglichkeit gegeben, die Level nach Abschluss mit Daumen hoch oder Daumen runter zu bewerten. So lässt sich schnell erkennen, ob ein Level Spaß macht oder eher weniger. Ob alleine oder mit mehreren Spielern im Versus-Modus: Die teils kreativen Level aus der Community begeistern immer wieder aufs Neue.

Das große Problem des Mehrspieler-Modus ist aber die Online-Funktion an sich. Lags und Ruckler gehören fast zum Alltag dazu und das, obwohl die Online-Funktion generell kostenpflichtig ist. Gerade mit mehreren Spielern in einem Level zeigen sich die Schwächen des Netcodes deutlich. Teilweise lassen sich durch die Lags Sprünge nicht rechtzeitig ausführen. Auch die fehlende Funktion der Mitspielersuche aus der eigenen Region oder nach Freunden fehlen komplett. Dass man nach einer Partie nicht zurück in die Lobby kommt, sondern ganz rausgeschmissen wird, rundet das altbackene Online-Erlebnis ab. Hier besteht massiver Aufholbedarf seitens Nintendo. Sei es plattformabhängig auf der Nintendo Switch oder innerhalb der Smartphone-App.

Fazit

Abgesehen vom eher mäßigen Story-Part, habe ich mit dem reinen Editor so viel Spaß, dass die Zeit nur so verfliegt. Hier eine neue Rampe, da ein versteckter Block und ein kniffeliges Schalterrätsel mit Gumba-Türmen. Es lassen sich so viele Sachen kombinieren, dass es fast schwer fällt, etwas nicht in die eigenen Level einzubauen, um den Spielfluss nicht zu behindern.

Es muss auch nicht immer online geteilt oder gespielt werden. Die Blicke und Reaktionen von Freunden oder der Familie beim ersten Versuch sind oftmals goldwert. So bekommt man auch gleich direktes Feedback, was die Gestaltung der Levelabschnitte betrifft. Trotzdem würde ich mir für die Zukunft wünschen, dass der Online-Modus überarbeitet und der aktuellen Zeit angepasst wird. Spielerlobbys und die Möglichkeit mit Freunden spielen zu können sind einfach Pflicht, gerade dann, wenn das Spiel darauf ausgelegt ist, dass Online gespielt und sich ausgetauscht wird.

Unsere Bewertung

Besser, neuer und intuitiver. Super Mario Maker 2 baut da auf, wo der Vorgänger aufgehört hat und lässt der Kreativität freien Lauf. Trotz der technischen Probleme im Online-Modus, gehört Super Mario Maker 2 zu den Highlights der Nintendo Switch.
Story 7.0
Spielumfang 9.0
Grafik 8.0
Steuerung 8.5
Spielspass 9.5
PRO
+ intuitiver Level-Editor
+ unbegrenzte Levelauswahl dank Online-Modus
CONTRA
- frustrierender Online-Modus
- ungenaue Touch-Steuerung
Vorherige gamescom 2019 - Kalypso Lineup Teil 2
Nächste Nioh 2: Offene Beta im November

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