Test

Im Test: The Outer Worlds

Grafik und Sound

Kommen wir zum Technischen. Optisch wirft euch das Spiel einige Jahre zurück in die Vergangenheit. Es gibt hier und da grafische Highlights wie Licht, Schatten und Flüssigkeiten, dennoch wirkt alles etwas älter. Die Animationen, gerade bei der Mimik der Charaktere, wirken hölzern und unbeholfen. Allgemein könnte es sich bei dem Spiel auch um eine Fallout New Vegas Mod handeln oder zumindest eine Neuauflage mit neuer Engine. Die Auflösung der Texturen wechselt zwischen hochauflösend und matschig hin und her. Wann eine Textur scharf ist oder ob die Texturen überhaupt geladen werden, entscheidet das Spiel anscheinend spontan. So kann das Spiel über Stunden hinweg toll aussehen, nur um einige Bereiche später in einer Textur-Pampe zu enden, die sich nur mühsam nach und nach aufbaut.

Auf den Straßen herrscht gähnende Leere – Quelle: Obsidian Entertainment

Die Atmosphäre wird aber hauptsächlich durch den überragenden Sound geschaffen. Durch ihn bekommt das Spiel Leben und es fühlt sich so an, als würdet ihr wirklich gerade in eine Schlucht oder Gasse stehen. Bedrückendes Hintergrundrauschen und weit entfernte Gespräche bilden ein gelungenes Gesamtkonzept für die Ohren. Abstriche müssen bei der Musik gemacht werden. Obwohl ich mehrere Stunden im Spiel verbracht habe, könnte ich nicht sagen, wie sich der Soundtrack des Spiels anhört. Wenn es Musik gibt, ist diese so weit im Hintergrund oder uninteressant, dass sie nicht auffällt oder stört. Höchstens in Kämpfen passt sich die Musik dem Geschehen an und wirkt aufdringlich und bedrohlich.

Wichtig zu wissen ist, dass The Outer Worlds nur über eine englische Sprachausgabe verfügt. Diese wurde durch die Synchronsprecher aber so gut umgesetzt, dass es nach wenigen Minuten, sofern man der Sprache mächtig ist, nicht weiter stört. Der leicht britische Touch verleiht dem ohnehin schon schwarzen Humor einen sarkastischen Unterton.

Fazit

Obsidian Entertainment liefert hier ein Fallout New Vegas 2.0 ab, ohne dabei die Fallout Lizenz zu benutzen. Das klappt auch ganz gut, schöpft das Potenzial am Ende aber nicht voll aus. Optik und Gameplay bleiben der Fallout-Formel treu, ohne signifikante Neuerungen. Selbst die Geschichte, die auf Missstände des Kapitalismus aufmerksam machen möchte, mag zwar vor 10 Jahren noch einigermaßen funktioniert haben, aber nicht im Jahr 2019. Die Realität hat die Fiktion bereits eingeholt, wodurch wir hier nur eine alternative Darstellung unserer Jetztzeit bekommen. Zudem ist das Spiel so sehr mit Sarkasmus vollgestopft, das es einem irgendwann aus den Ohren hängt.

Doch das Spielprinzip funktioniert noch immer. Gerade Veteranen, die sich in Fallout New Vegas zu Hause fühlen und ein Rollenspiel der alten Schule spielen möchten, werden sich in The Outer Worlds mit Freude zurechtfinden. Ihr dürft Punkte vergeben, die Talente auf absurde Art und Weise ausnutzen und jeden Quadratmeter plündern. Obwohl ich dem Titel anfänglich skeptisch gegenüber stand, habe ich The Outer Worlds nach nur wenigen Stunden in mein Herz geschlossen. Es ist dieses Unperfekte, was The Outer Worlds so sympatisch macht. Man hat alles schon einmal irgendwo gesehen und wird dennoch überrascht. Die Aufmachung der Geschichte wird so gut erzählt, dass sie Spaß macht und man mehr von ihr wissen möchte. Und genau dieses Gefühl ist es, das The Outer Worlds zu einem Pflichttitel für Rollenspieler macht. Es gibt so viele Sachen in The Outer Worlds zu entdecken, dass man Stunden und Tage in dem Spiel verbringen kann und jeder neu erstellte Charakter, kann seine eigene Geschichte erleben.

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  • Seite 1: Die Geschichte und die Charaktere
  • Seite 2: Die Charaktere
  • Seite 3: Mein Werdegang (kleines Rollenspiel mit kleineren Spoilern)

Unsere Bewertung

Story - 85%
Spielumfang - 90%
Grafik - 75%
Sound - 80%
Spielspass - 90%

84%

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Pro

  • interessante und gut geschriebene Charaktere
  • Entscheidungsfreiheit ohne gut oder böse, mit vielen Graustufen
  • Freiheit in der Spielweise
  • sehr gute englische Synchronsprecher
  • keinerlei Echtgeld-Zusatzinhalte
  • viel Loot

Contra

  • nur englische Sprachausgabe
  • einige Texturen- und Grafikprobleme
  • viel unnützer Loot
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