Im Test: Mass Effect Legendary Edition


Quelle: EA

“Was wissen wir über Shepard?”

Mass Effect ist ein typisches Bioware-Rollenspiel, bei dem der Konflikt von gut und böse in den eigenen Entscheidungen während des Spiels stattfindet. Diese Entscheidungen beeinflussen nicht nur die Geschichte, sondern auch das Verhalten der anderen Charaktere euch gegenüber. Verpackt in einer tiefgreifenden Geschichte über die Auslöschung allen Lebens.

Der erste Teil von Mass Effect ist heute nur noch begrenzt spielbar. Nicht, weil es auf keiner Plattform verfügbar ist, sondern weil die Technik und das Gameplay sehr schlecht gealtert sind. Es wirkt hölzern, eingerostet und altbacken. Damit hatte die Reihe einen schwierigen Start für neue Spieler, die in das Mass Effect Universum eintauchen wollen. Mit dem Remaster der Legendary Edition wurde diese Hürde nun aufgeweicht. Dabei wurde das Gameplay kaum verändert, jedoch gerade für Neulinge zugänglicher gemacht. Das neue, an die anderen beiden Teile angeglichene Interface, beschleunigt das Spielgefühl merklich. Zudem wurde den Teammitgliedern mehr Dynamik in den Kämpfen verpasst. Diese lassen sich nun leichter kommandieren und agieren besser auf die Situation. Das magnetische Kisten-Deckungssystem bleibt aber unverändert, was gerade am Anfang befremdlich wirken kann.

Quelle: Bioware

Dank neuer Techniken sehen die leeren und immer gleichen Korridore nicht mehr langweilig und eintönig aus. Sei es durch neue Lichtquellen, Pflanzen oder Dreck. Hinzu kommen hochaufgelöste Texturen, Objekte und Skyboxen, die im neuen Fotomodus besonders gut zur Geltung kommen. Die Charaktermodelle wurden ebenfalls angepasst, sodass sie über die drei Teile verteilt nicht allzu unterschiedlich aussehen. Auch wenn im Vorfeld die neue Mako-Steuerung hervorgehoben wurde, können wir keinen Unterschied feststellen. Wir hatten jedoch im Originalspiel auch nie Probleme mit dem Gefährt.

„Ich bin Commander Shepard und das ist mein Lieblingsgeschäft auf der Citadel.“

Da es sich bei der Legendary Edition um ein Remaster handelt und kein Remake ist, bleiben viele Altlasten bestehen. Fehlerhafte Animation, die bereits damals vorhanden waren, sind im Remaster immer noch vorhanden. Ebenso abgehackte Gespräche, wobei diese im Vergleich zum Original-Spiel weniger auftauchen. Mass Effect hatte einige davon, die sich im zweiten Teil fortsetzten.

Bei Mass Effect 2 bleiben die Verbesserungen des Remaster wahrnehmbar. Zwar subtil, aber es bleibt der “Aha, das wurde aber aufgehübscht”-Moment.

Die grafischen und vor allem technischen Verbesserungen werden mit Fortschreiten der Mass Effect Teile geringer. Und so ist es fast ironisch, dass gerade der jüngste Teil am schlechtesten gealtert ist. An Mass Effect 3 wurde am wenigsten verändert und das merkt man. Die bereits damals asynchrone Sprachausgabe oder abgeschnitten Wörter bleiben bestehen. Die inszenierten Kamerafahrten, die damals noch modern waren, verdeutlichen nun die oft unnatürlichen Gesichtsanimationen. Da man Mass Effect 3 heute noch wunderbar spielen kann, breitet sich ein unbefriedigendes Gefühl aus. Das Gefühl, dass mehr hätte drin sein können.

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