Blizzcon 2019: Blizzard in der Bredouille


Foto: Blizzard Entertainment

Nur noch wenige Tage, dann findet am 1. November 2019 die alljährliche Blizzcon statt. Zwei Tage lang stellt Blizzard Entertainment auf der hauseigenen Veranstaltung ihre neuen Projekte vor und blickt auf Vergangenes zurück. Da die Blizzcon 2018 bei der Community jedoch als bis dato schlechteste Blizzcon in Erinnerung geblieben ist, da es kaum Neuankündigungen gab, muss es dieses Mal besser laufen. Ein erneutes Diablo Immortal PR-Desaster darf es nicht geben. Hinzu kommt, dass kurz nach der Blizzcon, Heroes of the Storm praktisch eingestampft wurde. Der Esports-Anteil wurde auf null reduziert, die Gelder in diesem Bereich gestrichen und dem Spiel wurde kaum noch Beachtung geschenkt. Die Aktie fiel in den Keller und hatte sich seitdem nicht mehr erholt. Den krönenden Abschluss gab es im Februar 2019, als die Kündigungswelle seitens Activision, ca. 800 Mitarbeitern den Job kostete.

Das ‚blitzchung‘-Debakel

Und die schlechten Nachrichten reißen nicht ab. Der Hearthstone Spieler Chung ‚blitzchung‘ Ng Wai gewann das Hearthstone Grandmaster Finale und sorgte im Livestream für Aufregung. Er nutzte sein Interview nach dem Sieg, um für die Menschenrechte in Hong Kong einzustehen. Aufgrund einer Verletzung der Turnierregeln (und vermutlich auch aufgrund des Drucks seitens China) wurde „blitzchung“ für sechs Monate von allen Blizzard-Veranstaltungen gebannt. Zuvor betrug die Strafe noch zwölf Monate, einschließlich des Preisgeld-Entzugs.

Bild: IGN

Dieses Verhalten ruft nun Menschenrechtsorganisationen auf den Plan, die Blizzard für ihr Vorgehen scharf kritisieren. Die Vorwürfe, dass ihnen das Geld und die Verbindung zu China wichtiger sind, als die Menschenrechte, wiegen schwer. Blizzard dementierte zwar, dass die Entscheidung seitens China kommt, jedoch spricht der offizielle Hearthstone-China-Account auf weibo (chinesische Social Media Plattform) etwas anderes.

Übersetzung des Tweets von IGN:

IGN was able to independently translate the statement from Blizzard’s official Hearthstone Weibo account which reads:
We express our strong indignation [or resentment] and condemnation of the events that occurred in the Hearthstone Asia Pacific competition last weekend and absolutely oppose the dissemination of personal political ideas during any events [or games]. The players involved will be banned, and the commentators involved will be immediately terminated from any official business. Also, we will protect [or safeguard] our national dignity [or honor].

#boycottblizzard

Bild: reddit

Infolgedessen laufen die Fans Sturm. Auf Twitter trendete in kürzester Zeit der Hashtag #boycottblizzard und rief dazu auf keine Produkte von Blizzard Entertainment zu kaufen. Zahlreiche Spieler gingen sogar so weit, dass sie ihren Blizzard-Account löschten oder es zumindest versuchten. Mit dem Ansturm an Löschanfragen kam das System wohl nicht zurecht und verweigerte die Anfragen. Einige Community Mitglieder rochen eine Verschwörung, wobei das wohl eher technisch bedingt zustande kam.

Auch einigen Mitarbeitern bei Blizzard Entertainment gefiel die Entscheidung ‚blitzchung‘ zu sperren nicht und demonstrierten mit Regenschirmen vor der Orc-Wolfsreiter-Statue. Regenschirme sind ein Symbolbild für die Demonstrationen in Hong Kong geworden. Die Mitarbeiter verdeckten zudem die beiden Leitsätze „Think Globally“ und „Every Voice Matters“ am Fuße der Statue.

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1 Kommentar

  1. Avatar
    Odin
    23. Oktober 2019
    Antworten

    Danke!!!
    In Zeiten wo großspurige Käseplätter (FAZ, Spiegel usw) meinen Sie müssten sich nach Tragischen Ereignissen dazu verleiten lassen, Gamer unter Generalverdacht zu stellen, wird hier ein großes tatsächliches Problem (Politische Rezensionen) unsere Zeit angesprochen.
    Macht bitte weiter so!

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