Im Test: Fort Boyard


Schon seit längerem haben Entwickler und Fernsehsender bemerkt, dass sich einige Formate gut als Party-Spiele für Konsolen eignen. Leider vergeben viele dieser Umsetzungen eine Menge des vorhandenen Potenzials. Ob die Switch-Adaption der Show Fort Boyard auch dazu gehört, haben wir für euch getestet.

Das Fort wartet

Wer Sie noch nicht kennt: Fort Boyard ist eine Abenteuer-Spielshow, die 1990 das erste Mal in Deutschland ausgestrahlt wurde. Damals traten noch ganz normale Kandidaten an. Seit dem Reboot 2018 dürfen sich nun nur noch Promis den Herausforderungen stellen. Doch damals wie heute ist das Ziel, durch das Lösen von verschiedenen Aufgaben Schlüssel und Hinweise zu verdienen, um damit den Zugang zur Schatzkammer zu erlangen und sich dort so viele Boyards wie möglich zu sichern.

Genau dieses Szenario dürft ihr im Abenteuer-Modus eins zu eins nachspielen. Ihr müsst euch also alleine oder mit bis zu drei weiteren Mitspielern den verschiedenen Aufgaben in Form von Minispielen stellen.

Leider gibt es, wenn man die Schatzkammer dazu rechnet, nur 12 verschiedene dieser Spiele. Sie machen zwar Spaß und sind abwechslungsreich, doch da es so wenige sind wird auch der Wiederspielwert gemindert. Außerdem bietet das Vorbild noch einiges mehr, mit dem man die Auswahl ergänzen könnte.

Party mitten im Meer

Als kleinen Trost gibt es mit der „Boyard-Party“ wenigstens einen weiteren Modus, in dem entweder gegeneinander oder zusammen gespielt werden kann. Für beide Versionen werden die Spieler auf ein Spielfeld gesetzt.

Spielt ihr im Versus-Modus, dann ist es das Ziel als erster zweimal das Spielfeld zu umrunden. Dabei stellen euch die Aktionsfelder unterschiedliche Hürden oder bieten die Möglichkeit, weiter vorzurücken.

Im Coop-Modus geht es hingegen zusammen mit vier Spielern als Einheit auf die Reise, um 7 Schlüssel zu verdienen. Sollten nicht wirklich alle Plätze an Spieler verteilt sein, werden die übrigen Plätze an die schon bestehenden aufgeteilt. Manche Spieler kommen also doppelt zum Zug. Ähnlich wie im anderen Modus, gibt es auch hier Felder, die positive oder negative Folgen haben. So können Spieler durch verlorene Aufgaben oder Aktionsfelder zum Beispiel im Gefängnis landen und müssen dann erst wieder befreit werden. Wenn das ganze Team hinter Gittern weilt, hat es die Chance den Schatz zu erreichen verpasst und es heißt Game Over.

Die Sache mit der Steuerung

Doch natürlich steht und fällt der Spaß eines echten Party-Games nicht nur mit dem Umfang, sondern damit, wie zugänglich es ist. Das heißt, wie schnell man auch als Gaming-Neuling oder Gelegenheitsspieler die Steuerung lernen und passend umsetzen kann. Aus diesem Grund wurde der Test mit einer möglichst gemischten Gruppe durchgeführt.

Die meisten Spiele waren von allen angemessen zu meistern, boten also ein passendes Level an Herausforderungen. Doch eine Handvoll, wie zum Beispiel „Mega-Gaf“ und „Autokrieg“, führten auch auf der leichtesten Schwierigkeitsstufe durch eine schwerfällige oder hoch sensitive Steuerung schnell zu Frust bei den eher ungeübteren Teilnehmern. Für einen spontanen Spieleabend beim nächsten Familientreffen, also eher unpassend.

Unsere Bewertung

An sich ist der Kern von „Fort Boyard“ für die Nintendo Switch solide. Die Spiele sind passend ausgewählt, sind sich einander nicht zu ähnlich und schaffen eine passende Atmosphäre. Erst recht im Team passiert es schnell, dass man wie im Fernsehen mitfiebert und sich gegenseitig anfeuert. Doch leider wird der ganze Spaß, durch die schon genannten Probleme eingedämpft. Zusammenfassend lässt sich also sagen: Das Spiel baut eine gut Basis und hat auch Potenzial, doch für den Preis von ca. 30 Euro erwarten wir mehr als nur ein nettes Fundament.
Grafik 5.0
Steuerung 6.0
Umfang 5.0
Spielspaß 7.5
PRO
+ Anpassbarer Schwierigkeitsgrad
+ Mehrere Spielmodi
CONTRA
- Wenig Minispiele
- Durchwachsene Steuerung
- Zu teuer

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