Diablo – Immortal: Das PR-Desaster


„You not have Phones?“

In dem What’s Next Panel wurden dann einige Details zum Spiel genannt, einige Spielszenen gezeigt und ein grober Eindruck vermittelt. Mein Eindruck war zu diesem Zeitpunkt „Sieht echt gut aus, aber ist leider (nur?) ein Handyspiel“.

Dann war noch Zeit für Fragen aus dem Publikum und zwei dieser Fragen sprechen Bände. Zur Erinnerung, man bezahlt Eintritt, um auf die Blizzcon in Anaheim Kalifornien zu kommen.

Frage 1:I was wondering, is this an out of season april fool?“ – Ist das ein verspäteter Aprilscherz?

Es folgten Jubel und Pfiffe aus dem Publikum, denn das war eine berechtigte Frage. Wir erinnern uns an den Aprilscherz von 2014. Damals wurde „Happy Reaper“ für das Smartphone vorgestellt. Die Antwort der Blizzardvertreter (Entwickler sind es ja wohl nicht, wenn das Spiel an Netease ausgelagert wurde) war, dass es deren voller Ernst sei und ein logischer Schritt wäre auch Besitzer eines Smartphones abzuholen.

Frage 2:(…) are there any plans to bring this game on PC or other Platforms, too or is it mobile only?“ – Gibt es Pläne, das Spiel auch für den PC oder andere Plattformen zu veröffentlichen oder ausschließlich für Smartphones?

Und hier ist etwas passiert, dass es in der Geschichte der Blizzcon so noch nicht gab. Als einer der Stellvertreter sagte, dass es derzeit keine Pläne gibt und das Spiel nur für Android oder iOS entwickelt wird, hagelte es Buhrufe aus dem Publikum. Die Enttäuschung hatte ihren Tiefpunkt erreicht. Und anstatt diese Reaktion des Publikums aufzunehmen und zu erläutern warum es keine Pläne gibt oder darauf einzugehen, dass es anscheinend doch Bedarf gibt auch eine Umsetzung für andere Plattformen zu entwickeln, kommt nur ein „You not have Phones?“ – Habt ihr keine Smartphones?

Das war so ziemlich die dümmste Antwort, die man hier hätte geben können. Denn jetzt war der Damm gebrochen und die Community frustriert und wütend. In sozialen Netzwerken, Foren und auf YouTube lassen sie dementsprechend ihren Frust raus. Allein das Cinematic zu Diablo – Immortal bricht Negativrekorde. 489.000 Daumen nach unten und nur 19.000 nach oben.

Öl ins Feuer gießen

Bei diesem YouTube Video werden nun seitens der aufgebrachten Community Fehler gesucht und gefunden. Keine Bildfehler, sondern Ungereimtheiten bei den Klicks. So verschwanden angeblich über Nacht ca. 100.000 Negativdaumen und diverse Kommentare sollen gelöscht worden sein.

Das die Zahl der Negativdaumen runtergegangen ist, wurde bereits bestätigt. Jedoch vermute ich hier eher einen übereifrigen Algorithmus seitens YouTubes, der aufgrund des massiven Anstiegs der Zahlen in kürzester Zeit, sowie mehreren hochgevoteten Kommentaren auf einen Botangriff tippte und entsprechend handelte. Einige Kommentare wurden mittlerweile wieder manuell seitens Blizzards freigegeben. Hier findet also keine Zensur statt, auch wenn das viele nicht einsehen möchten.

Zum anderen wäre da noch die Fraktion der Journalisten, die hier (ich kann nur vermuten, warum sie das machen) Aufmerksamkeit wittern. Denn einige Journalisten schießen derzeit gegen ihre Leserschaft und betitelt die Community als zynisch, toxisch ja sogar als maskuline Missgönner, dafür dass sie ihren Unmut Kundtut. (Warum das „maskuline“ mit in die Diskussion wanderte, will sich mir nicht erschließen. Das ist einfach so aus dem Kontext gerissen, tauchte aber mit in der Diskussion auf.)

Der Person, die die Frage stellte, ob es sich bei Diablo – Immortal um einen Aprilscherz handeln würde, wurde folgendes von Lucy O’Brian (IGN) (https://twitter.com/Luceobrien/status/1058487830559698944) vorgeworfen:

When the Diablo dude got up to ask the devs if their game is a joke, he was being a massive dickhead. There’s no real discussion to be had beyond that. It’s rudeness and entitlement at its most raw.“ – „Als der Diablo-Typ aufstand, um die Entwickler zu fragen, ob ihr Spiel ein Witz sei, war er ein massiver <Beleidung>. Es geht keine wirkliche Diskussion daraus hervor. Es war unhöflich und ungerechtfertigt.“

Es war eine berechtigte Frage (siehe oben), da es bereits 2014 einen ähnlichen Aprilscherz gab. Zudem war es weder beleidigend, noch hat er die Entwickler dafür angegriffen. Das Team von Netease stand zu diesem Zeitpunkt nämlich nicht mehr auf der Bühne. Diese Person selbst aber als „dickhead“ zu beleidigen, empfinde ich persönlich als unangebracht und bringt die Diskussion nicht weiter.

Lucy O’Brian ist jetzt nur ein Beispiel. auf Twitter lassen sich unter den Hashtags #Blizzcon und #Diablo weitere Journalisten finden, die sich ähnlich harsche Aussagen darüber leisten. Man könnte mir jetzt Nestbeschmutzung vorwerfen und, dass ich nur neidisch auf die großen Redakteure bin, aber ich halte es für wichtig darauf hinzuweisen.

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